1. Vorbeugen, vorbeugen, vorbeugen - die erste Pflicht jedes standesgemäßen Odontostomatologen ist es, der Erkrankung des stomatognathen Apparates entgegenzuwirken, jede Abweichung von der gesunden Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und dabei die entsprechenden Maßnahmen zur Krankheitsverhütung einzuleiten.
2. Das Hauptziel unseres Therapieansatzes besteht darin zu erreichen, dass der
Kauapparat tauglich und leistungsfähig ist mit einer normalen Okklusion,
die bilateral balanciert, ausgewogen und funktionstüchtig ist, denn aus
der guten Funktion resultiert die Ästhetik.
3. Wir müssen von dem Gedanken Abstand nehmen, dass das Kiefergelenk nur
ein Scharnier ist. Es ist das komplexeste Gelenk des Organismus mit drei grundlegenden
Bewegungen: Bonwill, Walker und Bennet.
4. Die Hauptursache für das Entstehen von Parodontopathien ist ein Bisstrauma
und nicht etwa bakterielle Plaque.
5. Mit der Stillzeit beginnt sich der stomatognathe Apparat zu entwickeln; wenn
das Stillen nicht intensiv und dauerhaft praktiziert wird, ist die weitere Entwicklung
hinsichtlich Nasenatmung, Muskeltonus und Kieferentwicklung vorbelastet.
6. Es ist wesentlich, schädliche Fehlhaltungen und schlechte Angewohnheiten
(Daumenlutschen, Fehlfunktionen von Zunge bzw. Zungenbändchen) abzugewöhnen
bzw. Abhilfe zu schaffen und so die Funktion der Kaumuskulatur und von zum Erliegen
gekommenen Reizen, der Nasenatmung und der normalen Schluckbewegung usw. wiederherzustellen.
7. Wir müssen schon in den frühesten Lebensphasen schnell und kurz
entschlossen handeln. Hier wird der Grundstein gelegt für eine wirksame
Vorbeugung gegen Parodontopathien und viele temporomandibuläre Dysfunktionen.
8. Das selektive Schleifen der Milchzähne bildet unseren ersten "Apparat".
9. Unsere Behandlungsmethoden sind biologischer, klinischer, funktionaler Natur
und so wenig wie möglich mechanischer Art.
10. Die Apparate halten von selbst. Sie brauchen keine Klammern und wirken durch
ihre "Präsenz".
11. Wichtig ist bei jeder Behandlung gemäß der Neuro-okklusalen Rehabilitation
eine präzise Diagnose und Prognose. Indem wir eine funktionelle Okklusion
erhalten, erzielen wir stabile Ergebnisse und können so auf feste und bewegliche
Retentionen verzichten.
12. Ist einmal eine Erkrankung oder Anomalie diagnostiziert, dürfen wir
keinesfalls abwarten, nicht einmal, wenn der Zahnwechsel noch bevorsteht. Das
Milchgebiss ist der beste Moment, um die Behandlung einer anormalen Entwicklung
in Angriff zu nehmen.
13. Wir müssen den Regelkatalog nach Pedro Planas zur Entwicklung des stomatognathen
Apparates immer gegenwärtig haben.
14. Die Diagnose der Krankheitsursache und eine funktionelle Okklusion verhindern
aufs Nachhaltigste Zahnextraktionen aus orthodontischen Gründen, die unserem
Fach zur Schande gereichen.
15. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir den Beruf des Mund-Arztes ausüben
und als solche sollen wir uns verhalten.
All diese Gebote lassen sich wie folgt zusammenfassen: Stelle die Neuro-okklusale Rehabilitation über alle Dinge und liebe die gesunde Okklusion wie dich selbst.